Für einen Blog gleich Wordpress installieren? Klar, aber gibt's da nicht was handlicheres, kleines? Ja! Es gibt eine riesige Auswahl an Blogsystemen, z. B. Yellow CMS, mit dem dieser Blog betrieben wird. Das ist aber ein anderes Thema. Wer mit weniger auskommt und ein bisschen html versteht kann sich selbst einen Blog basteln. Der Blog-Stream ist dann in einer txt-Datei, nicht so bequem wie andere, aber es funktioniert.

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Inhalt aktualisiert am 12. September 2019

Ein Blogsystem, das keines ist

Ein richtiges Blog-System bietet alle Funktionen (Kategorien, Archiv, Tags, Suche, etc.), und Inhalte können direkt im Webbrowser bzw. unterwegs in der Smartphone-App (falls verfügbar) eingegeben werden. Ausgewachsene Blogsystem basieren entweder auf php und MySQL oder speichern Inhalte in FlatFile-Textdateien. Letztere laden Seiten oder Blog-Artikel in der Regel ziemlich flott, da keine Datenbank-Zugriffe notwendig sind. Dieser Blog hier läuft mit Yellow, einem schlanken aber leistungsstarken FlatFile-CMS.

Der reine html- Blog besteht aus php zum Laden der txt-Textdateien für den Stream und html für die einzelnen Post-Seiten. Von der Art her vergleichbar mit "Clean Blog" von Start Bootstrap. Wichtig ist nur, dass es funktioniert und dass es auf dem eigenen Server läuft. Da ich gerne mit html arbeite, würde der Handling-Nachteil gegenüber ausgewachsenen Blog-Tools keine große Rolle spielen. Sowohl für den html-Blog und den Clean Blog gilt, ohne FTP-App (FileTransferProtocol)-App zum uploaden der html-Posts, Texte und Fotos geht es nicht. So gesehen sind beide ...

"not the sharpest tools in the box."

Aber der technische Aspekt ist nur eine Seite der Medaille. Der weitaus Größere ist der, worum es bei Blogs eigentlich geht: Artikel zu verfassen, die auch gelesen werden! Also sollte – subjektiv gesehen – das bisschen Mehraufwand im Vergleich zu Wordpress & Co. verkraftbar sein. Dass das nichts für Vielschreiber ist, versteht sich von selbst.

Wie jetzt?

<?php readfile ("blogstream.txt"); ?>

Mit diesem php-Schnipsel wird der Blogstream, eine Art Teaser aller Inhalte, auf der Startseite index.php geladen. Theoretisch würde dasselbe auch für die Blog-Inhaltsseite funktionieren. Wären da nicht die Meta-Tags und der title-Tag, die für jeden Eintrag natürlich gesondert eingegeben werden müssen. Deshalb ist html für die Post-Seiten wahrscheinlich die bessere Lösung.

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Die heruntergeladene Datei funktioniert auf einem Webserver mit php 4 oder höher. Auf dem Computer ist WAMP (für Windows) oder MAMP (für MacOS) erforderlich, da php Dateien lokal nicht ausgeführt werden.

Dasselbe würde mit jQuery Ajax genauso funktionieren, allerdings wird das txt-File nicht in html eingebunden sondern bleibt verlinkt. Für SEO-Enthusiasten ist das weniger geeignet, da keine Texte im Quellcode sichtbar sind. Ob das Google was ausmacht kann ich mir nicht vorstellen, die laden contentrelevante Inhalte auch von extern verlinkten Dateien. Was anderes: Javascript kann zum Problem werden, da nicht jeder Javascript im Browser aktiviert hat, bzw. mit einem noscript-Blocker zur Gänze ausschaltet. In diesem Fall war die ganze Arbeit am Blog vergebens.

Warum nicht gleich alles in html?

Warum wird nicht gleich alles in html reingetippt? Das ist eine Geschmacksfrage, geht natürlich auch, so wie es bei "Clean Blog" vorgesehen ist. Konzentrierter arbeitet man vielleicht doch eher in Text-Editoren. So wie Autoren in ihren bevorzugten Textverarbeitungsprogrammen arbeiten und wahrscheinlich eher nicht in Adobe InDesign komplette Buchseiten anlegen. Aber jeder, wie er will.

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Was man üblicherweise in html schreibt, klappt auch in einer txt-Datei.

Gibt es einen Vorteil gegenüber "alles in html"?

Ja, eigentlich schon, denn die index.php muss nicht mehr bearbeitet werden, was mögliche Fehlerquellen von vornherein ausschließt. Es wird nur mehr die aktualisierte blogstream.txt ins root-Verzeichnis hochgeladen und, bei neu hinzugekommen Post, die jeweiligen html und Post-Images. Sicher nur eine minimale Erleichterung, aber immerhin. Manche Leser werden das mit Sicherheit anders sehen, aber es gibt eben auch diese Möglichkeit.


Eine persönliche Sicht bezüglich Blog-Software

Die Wahl zwischen selbst gehosteten Blogs oder Online-Accounts bei Blogger, Tumblr u.s.w. muss jeder für sich selbst entscheiden. Je nach dem persönlichen Anspruch und den technischen Möglichkeiten eignen sich beide. Wer sich nicht mit regelmäßigen Updates und Backups – dem technischen Kram – beschäftigen will, für den sind Online-Blog-Accounts eine Option. Hier sollte man aber immer im Hinterkopf behalten, dass man "Zitat: Land bewirtschaftet (Digital Sharecropping), das einem nicht gehört". Wer also lieber die volle Kontrolle über seine Daten haben und ernsthaft einen Blog betreiben will, der greift ganz automatisch zu Installationspaketen für den eigenen Server oder probiert den txt- oder Clean-Blog aus.

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© Bild von Copyblogger

Es geht um Inhalte und SEO

Der Grund, weshalb man einen Blog haben will sind Inhalte. Wer was zu sagen hat oder sich in einem speziellen Metier gut auskennt, kann sein Wissen mit Interessenten teilen. Aber die hunderste Veröffentlichung von Berichten über z. B. Blogs (so wie dieser hier) findet unter Umständen heute keine Beachtung mehr. Ohne Keyword-Recherche und Suchmaschinenoptimierung ist man in tausendfach publizierten Themenbereichen gleich einmal auf der Google-Seite 860. Ohne Backlinks gar auf Seite 1.780. Ein Artikel wie man beim eigenen Blog das Ranking verbessert. Backlinks gibt es meist nur dann, wenn man selbst Links auf relevante Themen anderer Blogs setzt. Leider ist es in letzter Zeit Mode, dass nur noch intern verlinkt wird, um Besucher auf dem eigenen Blog zu behalten. Sozusagen Inline-Backlinks.

Die Währung heisst Vertrauen

Man bekommt bei der Bank auch keinen Kredit, wenn diese einem nicht vertraut. Außer man hat vertrauensbildende Sicherheiten :-). So wie die Bank ihre Prüfmechanismen hat um die Liquidität zu bestimmen, haben auch Suchmaschinen Prüfmechanismen, genannt Algorithmen, die den Wert von Blogs oder Webseiten anhand bestimmter Regeln festlegen. Google vertraut Inhalten, wenn auch Menschen diesen Inhalten vertrauen. Das Ranking wird also besser, wenn viele Besucher längere Zeit auf deinem Blog bleiben und demensprechend schlechter, wenn wenige Besucher nach ein paar Sekunden die Seite verlassen (Gründe dafür: Schlechtes Design, Rechtschreib-Fehler im Text, ...). Zu den wichtigen Backlinks kommst du, wenn Leute deine Inhalte teilen, sie also der gleichen Meinung sind wie du oder dir zutrauen, dass du weißt worüber du schreibst. Kompetenz bildet Vertrauen!

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