Bei JPG und RAW geht es um Begriffe digitaler Speicherformate, die jede halbwegs zeitgemäße Kamera zur Auswahl anbietet. Während bei JPG die Bildprozessor-Logik die Arbeit leistet, werden bei RAW die Speicherpakete weitgehend unbearbeitet auf die SD-Karte geschrieben, die Nachbearbeitung erledigt der Fotograf am PC. Idealerweise speichert die Kamera gleichzeitig zu RAW auch eine JPG-Datei, damit kann im Nachhinein entschieden werden, ob sich der Aufwand der RAW-Konvertierung lohnt. Diese Daten in Photoshop Camera RAW zu bearbeiten geht nicht so nebenbei, jedoch wird der Fotograf mit einem besseren Dynamikumfang belohnt.

RAW, die digitale Dunkelkammer:

So wie der digitale Kamerasensor das Bild „sieht“, so wird das RAW-Datenpaket auf die Speicherkarte geschrieben. Im Computer geladen sehen RAW-Bilder dann eher flau aus, ohne Nachbearbeitung ist dieses Speicherformat schlicht zwecklos, umso mehr da die Datenmenge ca. auf das doppelte gegenüber JPG anwächst. Interessant wird es, wenn man die zahlreichen Reglerpositionen in Photoshop (Camera RAW), Affinity Photo, Lightroom, etc. in Hinblick auf das erwünschte Ergebnis verändert. Scheinbar ausgebrochene (helle) Bildteile kommen wieder zum Vorschein und dunkle Bereiche erhalten mehr Zeichnung, wie im folgenden Beispiel zu sehen.

Bildvergleich:

Das Bild unten ist ein Allerweltsfoto. Eigentlich kaum der Mühe wert, die RAW-Daten zu bearbeiten. Jedoch kommen hier im Zentrum sehr dunkle und rechts oben sehr helle Bereiche vor, weshalb ich dieses Foto ausgesucht habe. Schiebt man den Regler ganz nach rechts, sind bei JPG die Wolken fast nicht mehr als solche erkennbar und in den Tiefen (dunkle Bereiche) ist die Zeichnung kaum vorhanden. Bei der RAW-Bearbeitung hab ich mich auf das zentrale Element konzentriert. Die Schärfe ist lt. Kameraprofil meiner Sony bereits auf 25% eingestellt. Retuschiert wurde nichts, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

Achtung: Wenn du auf das Foto klickst, wird die Seite mit 13 MB Daten geladen.

Bildvergleich jpg vs. RAW

Bei Klick auf das Bild werden im Slider beide Bilder in Originalgröße (.jpg) geladen, wenn auch nicht in voller Auflösung dargestellt. Die Skalierung funktioniert nur ins Zentrum, verschieben beider Fotos gleichzeitig muss ich mir noch beibringen. Foto Uranus vom Planetenlehrpfad in Terfens. Slider in Tumult Hype Pro 4 erstellt.

Rein gefühlsmäßig ist beim JPG-Foto der höhere Komprimierungsgrad deutlich erkennbar, die unscharfen Bäume in der Bildmitte wirken zugeschmiert. Unscharf ist unscharf, da kann auch RAW keine Wunder bewirken.

Das Ergebnis:

Sieht man sich den betreffenden Bildausschnitt nebeneiander an, dann dind die Vorteile von RAW offensichtlich. Links verschwimmen die Grenzen zwischen schneebedeckten Bergen und Wolken, während in der rechten Hälfte die beiden klar von einander getrennt sind.

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JPG, das Standard-Speicherformat

Dass das RAW-Speicherformat (subjektiv gesehen) nicht immer zu besseren Ergebnissen führen muss, will ich im nächsten Foto unten zeigen. Das ist ebenfalls in RAW fotografiert zeitgleich wird eine JPG-Datei gespeichert, das macht meine Sony automatisch. Jedoch hat hier die RAW-Konvertierung keine nennenswerte Veränderung gezeigt, oder sagen wir es so: Ich hab es damit nicht besser hinbekommen. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass das Foto recht gut gelungen ist, oder das Motiv mehr hergibt. Das ist übrigens der Jupiter im Planetenlehrpfad Terfens.

Foto im JPG-Format

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JPG oder JPEG ist ein Komprimierungsstandard, der bei kritischen Aufnahmen (siehe Bildvergleich weiter oben) Probleme haben kann. Einer der Vorteil ist, bedingt durch den höheren Grad der Komprimierung der geringere Speicherplatzbedarf. Da hat JPG die Nase vorne, da die relativ bescheidenen Datenmengen bei der Weiterverarbeitung bzw. beim Backup einfacher zu haben sind.

Fazit

Es kommt immer auf den persönlichen Anspruch an, ob die JPG-Qualität ausreicht, oder ob du bei gelungenen Aufnahmen an der RAW-Konvertierung arbeiten möchtest. Dass sich der Aufwand mit besseren Resultaten bemerkbar macht ist in den meisten Fällen klar. Am besten du probierst die Speicherformate aus um herauszufinden was für dich am besten passt. Noch was: Es gibt viel bessere Kameras als meine alte Sony. Dass neuere Geräte bereits beim JPG-Format zu anspruchsvollen Ergebnissen kommen, ist sehr wahrscheinlich.


Technikfreaks sollten nicht weiterlesen

Meine Kamera ist die Sony DSC F828 aus dem Jahr 2003. Die hat bereits RAW mit an Bord, aber für heutige Verhältnisse nur schlappe 8 Megapixel. Es ist nicht so, das mir das was ausmacht, die Fotos sind für meine Zwecke ausreichend gut und bis A4 könnte sie sogar für den Druck Verwendung finden, bei 300dpi wohlgemerkt. Ich mache das nicht aus Trotz gegenüber der Kameraindustrie, sondern weil ich die Kamera mag. Der 2/3" Sensor kommt mit den 8 Megapixeln gut zurecht und der Zoombereich von umgerechnet 28 bis 200mm erspart meistens spätere Bildausschnitte. Nach ca. 5 Jahren im Dornröschenschlaf hab ich die Sony kürzlich wieder aus der Kameratasche geholt, mit neuen Akkus und Speicherkarten ist sie bereit, um mit mir auf fotografische Streifzüge zu gehen.

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Fotoquelle: Catawiki.

Wieder in Erinnerung gerufen wurde die Sony DSC F828 durch den Magnet Hack von Daniel Schweinert. Er hat herausgefunden, dass der Infrarot-Sperrfilter von aussen mit einem Neodym-Magnet weggeklappt werden kann. Das ist für die Infrarotfotografie von Interesse, während sonst Kameras für viel Geld auf Infrarot umgebaut werden, reicht bei der Sony DSC F828 mehr oder weniger ein Magnet an der richtigen Stelle. Wird er abgenommen, kann wieder in Farbe fotografiert werden. Der Magnet Hack funktioniert auch mit Sony DSC F707 und DSC F717. Gib bei Google "Infrarotfotografie" ein, wenn dich das Thema interessiert.